Neuerscheinung
1000 Jahre
Basler Geschichte

1000 JAHRE BASLER GESCHICHTE

Archäologie unter dem Musiksaal des Stadtcasino Basel

Die Renovation und Erweiterung des Stadtcasinos Basel durch die Architekten Herzog & de Meuron lösten im Jahr 2016 eine aussergewöhnliche Rettungsgrabung aus, die auf ein enormes Interesse in der Öffentlichkeit stiess. Die Untersuchungen im Musiksaal ermöglichten spannende Einblicke in 1000 Jahre Stadtgeschichte, die nun in einem reich illustrierten Buch erstmals präsentiert werden.

Blick auf die Ausgrabung unter dem Musiksaal des Stadtcasinos. Im Vordergrund der Klosterkeller, dahinter die Kreuzgangsfundamente, im Hintergrund links der Kreuzgarten und rechts der Kaufhauskeller. Foto: Philippe Saurbeck.
Fragment einer tönernen Tabakpfeife aus der Spätzeit des Almosens (19. Jh.) und ein 5 cm grosses Fragment einer Keramikfigur, das ein Jesuskind mit Taube zeigt. Foto: Philippe Saurbeck.
Der Kreuzgang des zweiten Klosters in der Zweitnutzung als Almosen auf einer Lithografie von R. Rey, wohl Anfang 19. Jahrhundert. Bild: StABS BILD 6, 1137.
Fachautorinnen und -autoren aus der Archäologie, Anthropologie, Kunstgeschichte und Geschichte liefern spannende Informationen zur Geschichte des Musiksaals, ermöglichen neue Einblicke ins Armen- und Spitalwesen der frühen Neuzeit und vermitteln die akribische und interdisziplinäre Arbeitsweise der Archäologie.

Der berühmte Musiksaal von Johann Jacob Stehlin (1826–1894) befindet sich an einem Ort, der einst an der Peripherie der mittelalterlichen Stadt lag. Im 19. Jahrhundert entwickelte sich hier die Kulturmeile im Zentrum Basels. Bei der archäologischen Ausgrabung wurden bis in eine Tiefe von sieben Metern Zeugnisse der wechselvollen Geschichte der Stadt freigelegt.

In unmittelbarer Nachbarschaft zu diesem geschichtsträchtigen Ort standen bereits vor rund tausend Jahren erste hochmittelalterliche Gebäude. Die nachfolgende Errichtung der ersten beiden Stadtbefestigungen Basels markierte hier für lange Zeit die Grenze der mittelalterlichen Stadt. Um 1250 entstand das Kloster der Barfüssermönche, von dem heute nur noch die Barfüsserkirche sichtbar ist. Diese wurde als Ersatz für den ersten Kirchenbau nach 1275 errichtet. Nach der Reformation wurde der Kreuzgarten als Friedhof und ein Teil der Klostergebäude als „Irrenhauses“ genutzt. Im 19. Jahrhundert wurde das Kloster abgerissen und an der Stelle des Kreuzganges entstanden eine Zollstation und schliesslich das erste Konzerthaus der Schweiz mit dem Musiksaal.

Die Mitarbeitenden der Archäologischen Bodenforschung haben die im Boden erhaltenen Zeugnisse dieser spannenden Entwicklungen Schicht für Schicht aufgedeckt und sie bereits während der Grabung einem breiten Publikum zugänglich gemacht. Die Ausgrabungsarbeiten stiessen auf ein enormes Interesse in der Öffentlichkeit. Die Medien berichteten in 25 Presseartikeln sowie sechs Fernseh- und Radiobeiträgen über die archäologischen Funde. Knapp 4000 Personen besichtigten die freigelegten Klostergebäude und Gräber im Kreuzgarten anlässlich von über 70 Führungen. Die nun vorliegende Publikation kommt dem Wunsch der Grabungsbesucherinnen und -besucher nach, sich vertieft mit der Geschichte des Ortes auseinanderzusetzen. Das Buch zur Ausgrabung erscheint bereits fünf Monate vor der am 22. August 2020 geplanten Wiedereröffnung des Stadtcasino Basel.

Fachautorinnen und -autoren aus der Archäologie, Anthropologie, Kunstgeschichte und Geschichte erläutern die Ausgrabung unter dem Stadtcasino. Sie liefern spannende Informationen zur Geschichte des Musiksaals, ermöglichen neue Einblicke ins Armen- und Spitalwesen der frühen Neuzeit und vermitteln die akribische und interdisziplinäre Arbeitsweise der Archäologie. Besonders eindrücklich wird dies bei den Untersuchungen der Bestattungen im Kreuzgarten, wie unter anderem die ersten anthropologischen Auswertungsergebnisse einer Mehrfachbestattung vom nachreformatorischen Friedhof zeigen.

Diese spannende Zeitreise wird in der reich illustrierten Publikation mit Plänen, Modellen und grossformatigen Fotografien ansprechend veranschaulicht.

Archäologische Bodenforschung des Kantons Basel-Stadt (Hg.)
1000 Jahre Basler Geschichte.
Archäologie unter dem Musiksaal des Stadtcasino Basel

214 Seiten, 77 meist farbige Abbildungen, gebunden, 17 x 24 cm
© Christoph Merian Verlag und Archäologische Bodenforschung Basel-Stadt

CHF 36.- / EUR 34.-
ISBN 978-3-85616-922-0

Entdecken Sie mit der reich illustrierten Publikation zur archäologischen Ausgrabung im Stadtcasino Basel die spannende und wechselvolle Geschichte der Stadt.

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Fotografische Dokumentation eines ca. 2,70 m tiefen, gemauerten und mit einem wasserdichten Ziegelschrotmörtel verputzten Schachtes, der im Hof des Almosens stand. Foto: Philippe Saurbeck.
In einem Grab innerhalb des Kreuzgartens kam eine in den Jahren zwischen 1615–1621 geprägte spanische Goldmünze (Escudo) zum Vorschein. Durchmesser ca. 1 cm. Die Riemenzunge aus Bronze gehörte zu einem ledernen Gürtel uns stamm aus einem Grab. Foto: Philippe Saurbeck.
Diese spannende Zeitreise wird in der reich illustrierten Publikation mit Plänen, Modellen und grossformatigen Fotografien ansprechend veranschaulicht.
Ansicht des Konzertsaals beim Zionistenkongress 1905. Das Foto gibt einen Eindruck des Saal-Zustands 1876. Foto: StABS BSL 1012 383 (Alfred Kugler 1877–1937).
Die nun vorliegende Publikation kommt dem Wunsch der Grabungsbesucherinnen und -besucher nach, sich vertieft mit der Geschichte des Ortes auseinanderzusetzen.

Hier haben wir ausgegraben

Musiksaal des Stadtcasino Basel
CH-4051 Basel

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