Aktuelle
Ausgrabung
Marktplatz

BASEL, 1377 n. Chr.

Der Marktplatz im Mittelalter

Die Archäologische Bodenforschung führt seit Januar 2019 eine baubegleitende Untersuchung auf dem Marktplatz durch.

Bei der aktuellen Ausgrabung kam ein Tonplattenboden zum Vorschein. Dieser befand sich im Erdgeschoss eines Hauses, das 1377 dem Quartierbrand zum Opfer fiel. Foto: Philippe Saurbeck.
Die grösseren Steinbrocken im Leitungsgraben gehören zu einem Gewölbekeller, der gegen Ende des 19. Jahrhunderts abgebrochen wurde. Foto: Philippe Saurbeck.
Der Marktplatz wurde seit dem Mittelalter in zwei Etappen erweitert. Bis 1377 gab es den sogenannten «Kornmarkt» (grau). 1377 brannten mehrere Häuser ab und der Platz wurde um diesen Bereich (violett) vergrössert. In den 1880er Jahren kam die Fläche des abgebrochenen Viertels (grün) hinzu. Bearbeitung Plan: Peter von Holzen.
Blick auf das Haus zum Pfaueneck, das mitsamt dem dahinter liegenden Viertel der Vergrösserung des Marktplatzes zum Opfer fiel. Rechts im Bild befindet sich das Rathaus. Der Marktplatz war damals nicht eben: von Osten nach Westen fiel das Gelände um mehrere Meter ab.
Foto: StaBS AL 45, 2-17-2.

Hier graben wir aus

Marktplatz
CH-4051 Basel

Die IWB bauen im Bereich des Marktplatzes neue Leitungen. Da der Platz einst sehr viel kleiner war, ist in den geplanten Leitungsgräben mit Resten der mittelalterlichen Bebauung zu rechnen.

Der heutige Marktplatz ist für einen mittelalterlichen Platz viel zu gross. Durch seine Dimensionen, das einheitliche Pflaster und die Bauten an den Schmalseiten gibt er sich als Werk des 19. Jahrhunderts zu erkennen. Im Mittelalter wies der Marktplatz nur einen Viertel der heutigen Grösse auf und war unter dem Namen „Kornmarkt“ bekannt.

Am 26. Februar 1377 zerstörte ein Brand am Kornmarkt eine Häuserzeile mit zwölf Liegenschaften, die sich am Südende zwischen dem damals noch offenen Birsig und der unteren Freien Strasse befanden. Der Rat beschloss, die Parzellen aufzukaufen, um den Kornmarkt zu vergrössern. In der Folge liess er die Gebäuderuinen niederreissen. Vermutlich wurde damals auch der Birsig überwölbt, der heute diagonal unter dem Platz hindurch fliesst.

Bei Ausgrabungen im südlichen Bereich kommt immer wieder Brand- und Abbruchschutt mit Funden aus der Zeit vor 1377 zum Vorschein. Besonders interessant war die Entdeckung eines stattlichen Kellers mit Resten einer Sandsteinsäule. Dieser war mit auffällig viel Abbruchschutt verfüllt, u. a. mit Hohlziegeln, die zum Dach eines repräsentativen Gebäudes gehört hatten, das bereits zu dieser Zeit mit Ziegeln bedeckt war.

Bis gegen Ende des 19. Jahrhunderts behielt der Marktplatz die spätmittelalterliche Grösse bei. Der Platz war damals noch nicht so eben wie heute, von Osten nach Westen fiel das Gelände um mehrere Meter ab. In der Folge der städtischen Expansion des 19. Jahrhunderts wurde auf die über Jahrhunderte gewachsene Bebauung Basels keine Rücksicht mehr genommen. Damals erweiterte man auch den Marktplatz grossflächig, indem man ein ganzes Viertel abbrach, das sich einst auf der Nordhälfte des heutigen Platzes befand.

Die Ausgrabungen dauern voraussichtlich bis März 2019.

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Bei Ausgrabungen im Bereich des Marktplatzes wurde 2006 überraschend ein gemauerter Keller mit einem aussergewöhnlich qualitätsvollen Mörtelgussboden und einer Säulenbasis aufgedeckt. Letztere gehört zu einer dreiteiligen runden Sandsteinsäule, die einst die Balkendecke eines stattlichen Hauses stützte. Foto: Philippe Saurbeck.
Blick auf den unteren Bereich der Sandsteinsäule. Foto: Udo Schön.
Bei der Erneuerung der Tramgeleise im Jahr 1997 kam auch das zwischen 1886 und 1900 erbaute Gewölbe über dem Birsig zum Vorschein. Foto: Udo Schön.

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